LKW-Kauf: Worauf sollte man achten?
Der richtige LKW wird durch den geplanten Einsatzzweck bestimmt. Verteilerverkehr, Baustellenverkehr, Containerdienst und Schwertransport stellen unterschiedliche Anforderungen an Fahrgestell, Aufbau, Nutzlast, Antrieb und Fahrerhaus.
Vergleichen Sie daher nicht nur Marke, Baujahr und Motorleistung. Achslastkonfiguration, Radstand, zulässige Gewichte, Aufbaumaße und Be- oder Entladevorrichtungen entscheiden letztlich darüber, ob ein LKW praktisch und wirtschaftlich einsetzbar ist.
Beginnen Sie bei Ladung und Aufbau
Definieren Sie zuerst, was das Fahrzeug transportieren soll und wie die Be- und Entladung erfolgt. Ein Verteiler-Lkw erfordert andere Eigenschaften als ein Kipper, Kranwagen, Kühlkoffer oder Absetz-/Abrollkipper. Achten Sie auf Innenmaße, Ladeöffnung, Bodenbelastung, Ladehöhe und den Platzbedarf des Aufbaus auf dem Fahrgestell.
Überprüfen Sie bei Wechselsystemen oder beweglichen Aufbauten auch die erforderliche Hydraulik, Nebenabtrieb, Steuerung und Fahrgestellverstärkung. Das Eigengewicht einer Ladebordwand, eines Krans, Abrollsystems oder Kühlaggregats verringert die Nettonutzlast des gesamten Fahrzeugs.
Achskonfiguration und Antrieb
Ein 4x2-Lkw ist relativ leicht und wendig und eignet sich für viele Verteileraufgaben. Ein 6x2 bietet eine zusätzliche Achse zur Lastenverteilung; prüfen Sie dabei, ob es sich um eine Vor- oder Nachlaufachse handelt und ob diese gelenkt oder anhebbar ist. Ein 6x4 oder 8x4 verfügt über mehr angetriebene Achsen und wird häufig dort eingesetzt, wo Traktion, Stabilität oder ein schwerer Aufbau wichtig sind.
Mehr Achsen und Antrieb erhöhen nicht automatisch die nutzbare Nutzlast. Sie erhöhen auch das Eigengewicht, den Reifenbedarf und den Wartungsaufwand. Vergleichen Sie daher die zulässigen Gesamt- und Achslasten mit dem tatsächlichen Leergewicht des Fahrzeugs einschließlich Aufbau.
Radstand, Gewichtsverteilung und Nutzlast
Der Radstand muss zur Länge und zum Schwerpunkt des Aufbaus passen. Ein kurzer Radstand ist wendig, bietet jedoch weniger Montagefläche. Ein langer Radstand kann einen größeren Aufbau tragen, vergrößert jedoch den Wendekreis und kann den Einsatz an engen Standorten einschränken.
Achten Sie nicht nur auf die Gesamtnutzlast. Die Ladung muss so verteilt werden können, dass keine einzelne Achse überlastet wird. Kraftstofftanks, Batterien, Staukästen, Ladebordwände und Krane beeinflussen daher nicht nur das Gesamtgewicht, sondern auch die Belastung der Vorder- und Hinterachsen.
Motor, Fahrerhaus und täglicher Einsatz
Die benötigte Motorleistung hängt von Gesamtgewicht, Route und gewünschter Geschwindigkeit ab. Im Stadtverkehr sind Rundumsicht, Einstiegskomfort, Wendekreis und ein passendes Getriebe oft wichtiger als die maximale Leistung. Für schwere oder topografisch anspruchsvolle Einsätze zählen Drehmoment, Übersetzung und Bremsleistung stärker.
Ein Nahverkehrsfahrerhaus hält das Fahrzeug kompakt und lässt oft mehr Platz für den Aufbau. Für Mehrtagestouren sind Liege, Stauraum, Stehhöhe, Standheizung und Kühlbox relevant. Prüfen Sie auch die Rundumsicht und vorhandene Fahrerassistenzsysteme für das jeweilige Einsatzgebiet des Lkw.
Einen gebrauchten Lkw prüfen
Prüfen Sie, ob Kilometerstand, Betriebsstunden und Wartungshistorie zum vorherigen Einsatz passen. Inspizieren Sie Fahrgestell, Reifen, Bremsen, Luftfederung, Antriebsstrang und Abgasanlage und achten Sie auf Undichtigkeiten, Korrosion, Risse und frühere Reparaturen.
Testen Sie auch den kompletten Aufbau. Öffnen Sie Türen und Klappen, belasten Sie Ladebordwand oder Kran nach Vorschrift und prüfen Sie Hydraulik, Fernbedienung und Sicherheitseinrichtungen. Bei Spezialaufbauten können Wartungs- und Prüfdokumente mindestens ebenso wichtig sein wie die Fahrzeugpapiere.
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