Kipper kaufen: Worauf sollte man achten?
Bei einem Kipper bestimmen Material, Nutzlast, Abladestelle und Untergrund, welches Fahrgestell und welcher Aufbau geeignet sind. Ein Erdbau-Fahrzeug auf der Baustelle erfordert eine andere Konfiguration als ein Kipper, der überwiegend Sand, Getreide oder leichte Schüttgüter im Straßenverkehr transportiert.
Vergleiche daher Nutzlast, Achskonfiguration, Kipprichtung, Aufbau-Material und Hydraulik als Gesamteinheit. Das Eigengewicht von Fahrgestell und Aufbau bestimmt, wie viel Nutzlast innerhalb der zulässigen Gewichte übrig bleibt.
Heckkipper oder Dreiseitenkipper
Ein Heckkipper ist im Schüttguttransport gängig und entlädt direkt hinter dem Fahrzeug. Prüfe, ob der verfügbare Raum und der Untergrund dies sicher zulassen. Ein Dreiseitenkipper kann zudem nach links oder rechts abladen und ist auf engem Baustellengelände oder entlang von Gräben flexibler.
Achte auf die Ausführung von Heckklappe und Bordwänden. Eine Klappe für Sand und Erde stellt andere Anforderungen als eine Getreideklappe, hydraulische Heckklappe oder Pendelklappe für Schutt und grobes Material. Messe zudem Aufbaulänge, Bordwandhöhe und Volumen im Verhältnis zum Schüttgewicht der üblichen Ladung.
Stahl- oder Aluminiumaufbau
Stahl ist verschleißfest und geeignet für Gestein, Bauschutt sowie andere harte oder scharfe Materialien. Prüfe Boden und Wände auf dünne Stellen, Beulen und Schweißreparaturen. Ein dickerer oder verschleißfester Aufbau ist robust, erhöht jedoch das Eigengewicht.
Aluminium reduziert das Leergewicht und kann sich dadurch vorteilhaft auf die Nettonutzlast auswirken. Das Material eignet sich gut für Sand, Getreide und leichtere Schüttgüter, ist jedoch anfälliger für Punktbelastungen und Beschädigungen. Ladung und Lademethode müssen daher zum Aufbau-Material passen.
Achskonfiguration und Gelände
Eine leichtere Konfiguration ist effizient, wenn der Kipper viele Kilometer auf befestigten Straßen zurücklegt. Für weichen, steilen oder unebenen Untergrund bieten mehrere angetriebene Achsen mehr Traktion. Ein 6x4 oder 8x4 kann zudem besser zu einem schweren Aufbau und hohen Achslasten passen.
Mehr Achsen und Antrieb erhöhen auch Gewicht, Reifenverschleiß und Wartungsaufwand. Prüfe daher das Leergewicht, die zulässigen Gesamt- und Achslasten sowie die Gewichtszuteilung bei normaler Beladung. Achte beim Baustelleneinsatz zudem auf Bodenfreiheit, Reifenprofil, Differenzialsperren und den Schutz von Tanks und Leitungen.
Hydraulik und Stabilität beim Kippvorgang
Überprüfe Zylinder, Pumpe, Nebenabtrieb, Schläuche, Leitungen, Gelenkpunkte und Bedienelemente auf Undichtigkeiten, Spiel und Beschädigungen. Der Aufbau muss sich gleichmäßig und ohne Ruckeln oder seitliche Abweichung bewegen. Teste das System ausschließlich auf ebenem, tragfähigem Untergrund und mit ausreichendem Freiraum.
Ein hoher Aufbau verlagert den Schwerpunkt beim Kippen stark nach oben. Verschleiß, ungleichmäßig verteilte oder festgefrorene Ladung und ein schräger Untergrund erhöhen das Risiko von Instabilität. Kontrolliere daher auch Hilfsrahmen, Anschläge, Aufbauverriegelung und eventuelle Stabilisierungseinrichtungen.
Einen gebrauchten Kipper prüfen
Inspiziere Aufbau, Boden, Seitenwände, Heckklappe und Hilfsrahmen auf Verformungen, Risse, Korrosion und frühere Reparaturen. Begutachte Fahrgestell und Aufhängung im Bereich der Befestigungspunkte; harte Einsätze können dort Spuren hinterlassen, die bei leerem Aufbau kaum sichtbar sind.
Überprüfe zudem Reifen, Bremsen, Antriebsstrang sowie Abgasanlage und teste sämtliche Verriegelungen und Hydraulikfunktionen. Frage nach, welche Materialien zuvor transportiert wurden und ob Wartungsarbeiten an Zylinder, Pumpe oder Aufbau nachweislich durchgeführt wurden.
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